Etwas
Historisches
Die Wurzeln des Alpinismus und der Schutzhütten
im Rosengarten gehen auf das Jahr 1874 zurück, als es den
Engländern Tucker und Carson gelang, vom Fassatal aus die
Rosengartenspizte das erste Mal zu ersteigen. Ebenfalls Engländer
fanden im Jahr 1886, mit Hilfe einheimischer Führer, den
ersten Weg durch die 600 m hohe Ostwand der Rosengartenspitze.
Im Sommer 1900 eröffnete die Sektion Rheinland des DOEAV
am westlichen Ausläufer der Rosengartengruppe die Kölner
Hütte und am östlichen die Vajolethütte. Im Jahre
1910 begann man den Weg über den Santnerpass zu sichern,
so dass beide Hütten miteinander verbunden wurden. Um den
Weg zu verkürzen und eine Notunterkunft zu bieten, eröffnete
1929 der Fassaner Marino Pederiva eine kleine Holzhütte gegenüber
den Vajolettürmen. Der berühmte Bergführer Tita
Piaz kaufte diese erste Hütte. 1933 begann er das Rifugio
Re Alberto 1° zu bauen. Der Name der Hütte sollte an
den belgischen König Albert I. erinnern, der ein begeisterter
Bergsteiger war, und mit Tita Piaz zusammen etliche Dolomitengipfel
bestiegen hatte.
"Der
Teufel der Dolomiten"
Am
13. Oktober 1879 wird in Pera di Fassa Tita Piaz geboren. Er wächst
direkt am Ausgang des Vajolettals auf, er wird das Klettern in
den Dolomiten und auch anderen Gebieten entscheidend mitprägen.
In seiner Jugend wird Piaz von den Taten eines Georg Winkler begeistert.
Im Jahre 1887 ersteigt Winkler solo, den später nach ihm
benannten Turm solo über den Riss an der Südosteseite,
eine Tour im vierten Schwierigkeitsgrad, damals eine unvorstellbare
Leistung. Um die Jahrhundertwende erlebte der Alpinismus im Fassatal
durch Führer wie Luigi Bernard, Luigi Rizzi und vor allen
Tita Piaz einen großen Aufschwung. Im Jahre 1900 durchsteigt
er den Nordostriss der Punta Emma. Paul Preuss sah das als eine
unglaubliche Tat, er war so begeistert, dass er mit Duelfer die
Route zweimal wiederholte. Piaz eröffnete mehr als 50 neue
Routen. Startend an der Ostseite Rosengartenspitze bis hin zum
Delagoturm, betsieg er am Anfang seiner Kletterkarriere acht Gipfel
in sieben Stunden, darunter waren zwei Erstbesteigungen. Dass
Piaz seiner Zeit voraus war, beweist auch, dass er am Morgen die
Campanile Basso und am Nachmittag den Winklerturm bestieg. Den
Weg zwischen Brenta und Rosengarten legte er mit seinem Motorrad
zurück. An ihn erinnern auch die damals schwierigste Route
der Alpen (Campanile Toro, 1906), ein der meistbegangenen Kletterwege
(Totenkirchl – Westturm, 1908) und die damals gefährlichste
Route an der Nordwestkante des Schenon (1926) - daher auch der
Name „Teufel der Dolomiten“. Mit Virgilio Zulian eröffnet
er 1932 am Südpfeiler des Pordoi eine der beliebtesten Routen
der Sellagruppe. Die alpine Hinterlassenschaft von Tita Piaz gehören
zu einem bewussten und modernen Alpinismus, der sich durchsetzt
in seinen Heimatbergen. Nach einem Leben voller Gefahren in den
Bergen beendet Piaz sein Leben im Jahre 1948 bei einem Fahrradunfall
kurz vor seiner Haustür.
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Die Sage
von König Laurin
Eine
der bekanntesten Sagen der Dolomiten ist die von König Laurin
und seinem Rosengarten. Der Zwergenkönig hatte sich im Gartl
ein Felsenschloss erbaut. Sein fleißiges Volk bescherte
ihm allen Reichtum der Berge, Kristalle, Gold und Silber. Laurin
besaß einen Zaubergürtel, der ihn so stark machte,
wie zwölf Männer und er nannte eine Tarnkappe sein Eigen.
Im Gartl hatte er sich auch ein Beet mit roten Rosen angelegt.
Es war so schön, dass er es mit einem dünnen Faden umspannte.
Wenn jemand die fast unsichtbare Grenze übertrat, schlug
er ihm eine Hand und einen Fuss ab. Das Einzige was zu seinem
Glück (oder Unglück) noch fehlte, war eine Frau. Eines
Tages wollte der Fürst von Bozen seine wunderschöne
Tochter Simhilde vermählen und rief alle Ritter von Nah und
Fern, zu Wettkämpfen herbei. Mit dem Sieger wollte er seine
Tochter vermählen. Aus den harten Kämpfen ging Dietrich
von Bern als Sieger hervor, er war ein schöner und starker
Mann. Doch plötzlich war Simhilde verschwunden! Laurin war
schnell als der Übeltäter überführt, denn
niemand von den Anwesenden hatte Dietrich schlagen können.
Dietrich machte sich mit seinen treuesten Kameraden sofort auf
den Weg. Er erreichte das Gartl über die Ostseite, den leichtesten
Weg. Ein Schritt zuviel und er stand direkt in Laurins Rosengarten.
Der Zwergenkönig kam angerannt, gut gewappnet mit seinem
Zwölfmanngürtel und der Tarnkappe. Wutentbrannt stürzte
er sich auf Dietrich, doch dieser konnte den ersten Schlägen
entrinnen und es entbrannte ein harter Kampf. Dietrich drohte
fast zu unterliegen, bis ihm einer seiner Treuen zurief, dahin
zu schlagen, wo das Gras niedergetreten wird. So gelang es ihm,
dem Zwerg Tarnkappe und Gürtel zu entreißen. Die schöne
Simhilde konnte befreit und der Zwergenkönig nach Bozen abgeführt
werden. Unterwegs, auf dem Weg durch das Eggental, drehte sich
Laurin noch einmal um, zu seinem Berg und sah hoch oben seine
Rosen leuchten. Liebte er sie doch über alles, wusste er
auch, sie hatten ihn mit ihrem Leuchten verraten. Deshalb verfluchte
er sie mit den Worten: “Niemals soll euch jemand wieder
sehen, weder bei Tag noch bei Nacht!“ In seiner Verzweiflung
hatte er jedoch die Dämmerung vergessen und so schlugen ihm
die versteinerten Rosen ein Schnippchen: Wenn die Sonne ganz tief
steht und der Betrachter Glück hat sieht er auch heute noch
im Rosengarten die schönsten Rottöne strahlen.